Um 6:50 Uhr fuhr unser Zug los in Richtung Aguas Calientes, dem Machu Picchu Pueblo. Vier ein halb Stunden Zugfahrt, plus eine halbe Stunde Busfahrt und schon waren wir in der mystischen „verlorenen Stadt“ auf dem Berg Machu Picchu angekommen, eines der sieben neuen Weltwunder und das zu recht.

Die verlorene Stadt
Der Anblick dieser Inkaruinen ist wirklich unbeschreiblich. Ich konnte kaum glauben, was für eine Anziehungskraft dieser Ort besitzt, denn ich hatte ja auch schon vorher Fotos gesehen. Doch diese Bilder waren wenig spektakulär im Vergleich zu dem Gefühl, das ich hatte, als ich diesen riesigen Komplex mit eigenen Augen sah.

Machu Picchu in voller Pracht
Im 15. Jahrhundert erbaut war dieser Ort Heimat für 500 Inkas der oberen Klasse, das heißt hier wohnten Astronomen, Geistliche und andere wichtige Menschen. Man erforschte das Sonnensystem und andere Naturphänomene.

Der Tempel der drei Fenster (Welten)
50% der Stadt bestehen aus Tempeln, die anderen 50% sind Behausungen. Und das Beste: Alles ist noch so erhalten wie es vor fast 600 Jahren aussah – es fehlen lediglich die Dächer.

Die Wohnhäuser im Nebel versunken

Innerhalb der Wohnhäuser
Wie solide und präzise die Inka damals schon bauten ist ebenfalls kaum zu glauben. Erdbeben überstanden die Ruinen tadellos und verschiedenste Konstruktionen zeigen die Himmelsrichtungen sowie Sommer- und Winterbeginn an.

Sonnenterrassen zum Anbau von Gemüse
Auch im Bereich der Agrikultur waren sie dem europäischen Mittelalter weit voraus. Die Höhe und die Granitsteine machten eine optimale Nutzung des Bodens möglich, sodass genügend Nahrung für alle Bewohner angebaut werden konnte.
Natürlich gab es auch wieder einmal jede Menge Lamas auf dem Machu Picchu, die sich genüsslich das Gras auf der Zunge zergehen ließen. Ich finde die ja so putzig!


Warum die Stadt verlassen wurde, ist bis heute unklar. Man vermutet das Warnungen über die plündernden Spanier aus Cusco hierhin gelangten, sodass die Bewohner rechtzeitig fliehen konnten. Genau sagen kann es jedoch niemand, denn die Stadt war immerhin fast 500 Jahre verschollen. Erst 1911 wurde sie vom amerikanischen Historiker Hiram Bingham wiederentdeckt.
Man muss Machu Picchu gesehen haben – Fotos bringen gar nichts! Ich kann es wirklich jedem empfehlen, obwohl es ziemlich teuer ist. Zug, Bus, Führer und Eintritt kosten einen gut 110 Euro (Student) – und das bloß für einen Tag! Aber es lohnt sich.

Der Perurail Backpacker zurück nach Cusco
Zurück ging es also noch am selben Tag. Um fünf Uhr stiegen wir in den Perurail Backpacker ein und fuhren fast fünf Stunden zurück nach Cusco, unter anderem weil der Zug immer vor und zurückfahren musste, um die Gleise zu wechseln. Ein zeitraubender Horrorakt, aber jetzt sind wir wieder in Cusco!